Welche Ursachen spielen für die Entstehung des Alkoholismus eine Rolle?
Bei der Entstehung des Alkoholismus wirken wie bei jeder anderen Abhängigkeit 3 Bedingungen zusammen: die Eigenwirkung des Alkohols, der Mensch in seinen körperlichen und psychischen Eigentümlichkeiten, die Umgebung, (z. B. Elternfamilie, gegenwärtige Familie und Beruf, Arbeitsplatz, Trinksitten, Einstellung der Öffentlichkeit zum Alkohol und zum Alkoholkranken).
Welche Medikamente werden besonders häufig missbräuchlich verwendet?
Viele Alkoholkranke benutzen statt Alkohol bestimmte Medikamente, die ähnlich wie Alkohol zu schweren körperlichen Schäden und zu Abhängigkeit führen können. Besonders gefährlich ist es, wenn diese Medikamente gleichzeitig mit Alkohol eingenommen werden. Allerdings werden diese Medikamente auch von vielen Menschen, die keine Alkoholprobleme haben, missbräuchlich verwendet, d. h. ohne ärztliche Anweisung bzw. in einer Dosierung eingenommen, die über die ärztliche Verordnung hinausgeht.
Darf einem Arbeitnehmer wegen Alkoholproblemen gekündigt werden?
Der Arbeitgeber kann Alkoholkonsum, Alkoholmissbrauch, Alkoholismus zum Anlass für eine ordentliche (fristgerechte) oder außerordentliche (fristlose) Kündigung nehmen. Der allgemeine arbeitsrechtliche Kündigungsschutz gibt dem Arbeitnehmer jedoch das Recht, durch das Arbeitsgericht prüfen zu lassen, ob ausreichende Kündigungsgründe gegeben waren.
Warum ist der Konsum alkoholischer Getränke für den Verkehrsteilnehmer gefährlich?
Der Alkohol ruft üblicherweise bei allen Konsumenten (auch beim Nichtalkoholkranken) ein falsches Sicherheitsgefühl und Kritiklosigkeit hervor, verzögert gleichzeitig das Reaktionsvermögen und verschlechtert die Wahrnehmung.
Welche sozialen Folgen können durch Alkoholmissbrauch entstehen?
Die sozialen Folgen des übermäßigen Alkoholkonsums betreffen vornehmlich: Familie(Partner und Kinder), Beruf und finanzielle Situation, Verkehrstüchtigkeit, soziale Kontakte (Isolierung), Kriminalität. Alle diese sozialen Folgeerscheinungen führen dazu, dass der Betroffene in der Regel Schritt für Schritt einem deutlichen sozialen Abstieg entgegengeht!
Die psychische Störungen durch Alkoholmissbrauch
Die durch den Alkoholmissbrauch bedingte Hirnschädigung äußert sich auf psychischem Gebiet vor allem in Störungen des Gedächtnisses, in einer allgemeinen Verlangsamung, im Nachlassen der Urteils- und Kritikfähigkeit und in einer Veränderung des Gefühlserlebens mit Enthemmung, Rührseligkeit, zunehmender Gleichgültigkeit. Die Interessen engen sich immer mehr auf den Alkohol ein, Aufgaben und Verpflichtungen verlieren an Bedeutung.
Die körperliche Schäden durch Alkoholmissbrauch
Alkohol hat wie keine andere vergleichbare Substanz gleichzeitig 4 verschiedene Eigenschaften: Er ist ein Nahrungsmittel, ein Genussmittel, ein Rauschmittel, und ein Gift. Alkohol ist sogar sehr giftig, wenn er in größeren Mengen rasch getrunken wird. So kann z. B. eine Flasche Schnaps, in kurzer Zeit getrunken, zu tödlicher Vergiftung führen. Aber auch geringere Mengen können äußerst schädlich sein, wenn sie regelmäßig über längere Zeit getrunken werden.
Gibt es eine Suchtverlagerung («Umsteigeeffekt»)?
Alkoholkranke, die anfangen, abstinent zu leben, berichten über erhöhten Konsum von Zigaretten, Kaffee, Mineralwasser usw. Man könnte auch sagen, sie «steigen um» auf andere Mittel. Hat sich also jetzt die Alkoholsucht verlagert?
Entzugserscheinungen der Alkoholabhängigkeit
Die körperliche Abhängigkeit ist die Folge eines langjährigen, übermäßigen Alkoholgenusses und der dadurch entstandenen Anpassung des Körpers an den Alkohol: der Körper entwickelt eine Toleranz. Die Wirkung der Droge, in diesem Fall des Alkohols, lässt nach bzw. der Körper braucht immer mehr von der Droge, um die ursprüngliche Wirkung zu erreichen.
Die Phasen der Entwicklung des Alkoholismus
Im zeitlichen Ablauf der Entwicklung des Alkoholismus können (nach der Einteilung durch Jellinek) 4 Phasen unterschieden werden: voralkoholische Phase, Anfangsphase, kritische Phase, chronische Phase. Die ersten beiden Phasen werden oft weder vom Betroffenen noch von den Angehörigen richtig wahrgenommen und erkannt.