Ratgeber zum Thema Alkoholismus

Was ist das: Alkoholsucht?

Alkoholismus ist zwar ein unscharfer Begriff, er hat aber seit mehr als 100 Jahren weltweit Eingang in die Umgangs- und Amtssprache gefunden, so dass man nicht völlig auf ihn verzichten kann. Allerdings bedarf er genauerer Erklärung.

Praktische Ratschläge für Angehörige. Symptome des Alkoholismus

Das Leben mit einem Alkoholsüchtigen ist nicht nur schwer – manchmal ist es einfach unerträglich. Und trotzdem müssen viele Frauen die Ehe mit einem trunksüchtigen Partner jahre- und jahrzehntelang aushalten.

Ist eine Heilung überhaupt möglich?

In weiten Kreisen der Bevölkerung, aber auch bei manchen Ärzten ist die Meinung verbreitet, man könne einen "echten Alkoholkranken" überhaupt nicht heilen. Wenn jemand erst einmal richtig dem Alkohol verfallen sei, könne man ihm auf die Dauer doch nicht helfen, d.h., man müsse ihn sozusagen "abschreiben". Eine solche Meinung gründet sich letztlich in dieser allgemeinen Aussage auf ein Vorurteil, wenngleich nicht bestritten werden kann, dass es einzelne Alkoholkranke gibt, bei denen diese pessimistische Prognose zutrifft. Sicher ist, dass die Alkoholkrankheit nur geheilt werden kann, wenn die Betroffenen mit all ihren Kräften mitarbeiten.

Welches Ziel soll durch eine Behandlung erreicht werden?

Hauptziel der Behandlung ist es, aus dem Kranken eine körperlich und seelisch gesunde (d.h. beschwerde- und symptomfreie) Persönlichkeit zu machen, die in sozialer Selbständigkeit leben kann. Der völlige Verzicht auf Alkohol, die Alkoholabstinenz, ist beim Alkoholkranken dafür die Voraussetzung.

Wie geht man bei der Behandlung vor?

Die Behandlung erstreckt sich im Allgemeinen über mehrere Jahre. Sie erfolgt zum größten Teil, oft sogar ausschließlich, ambulant, d.h. also berufsbegleitend; verschiedentlich sind aber auch stationäre Behandlungsphasen nötig.

Welche Möglichkeiten zur Entwöhnungsbehandlung gibt es?

Es werden zwei Entwöhnungsbehandlungsmöglichkeiten angeboten: medikamentöse Behandlung, psychotherapeutische Behandlung. Eine Behandlung mit Medikamenten erfolgt meist nur zum Zweck, die körperlichen Alkoholfolgekrankheiten zu beheben. Die Psychotherapie ist das für die Entwöhnung entscheidende Verfahren.

Helfen betriebliche Disziplinarmaßnahmen dem alkoholkranken Mitarbeiter?

Mehr und mehr hat sich in den letzten Jahren in vielen Betrieben die Erkenntnis durchgesetzt, dass Alkoholprobleme der Mitarbeiter durch erhöhte Fehlzeiten, Arbeitsunfälle, Ausschussproduktionen u. ä. einen enormen Kostenfaktor darstellen. Andererseits ist zu bedenken, dass sich diese oft langjährigen Mitarbeiter in früheren Jahren als fleißig und loyal erwiesen und sich damit um den Betrieb oftmals sehr verdient gemacht haben.

Gibt es eine “Pille” gegen den Alkoholmissbrauch?

Nein! Das Medikament Antabus ist lediglich ein Hilfsmittel in der Behandlung des Alkoholismus. Seine Wirkung besteht darin, dass der Körper Alkohol nicht mehr richtig abbauen kann, wenn vorher Antabus genommen wurde. Es treten dann schwere Unverträglichkeitserscheinungen auf. Die üblichen Folgen sind Brechreiz, Schwindel, Atemnot und starkes Herzklopfen, verbunden mit massiven Todesängsten.

Was sind Alkohol-Selbsthilfe-Organisationen?

Die Selbsthilfeorganisationen haben sich zum Ziel gesetzt, den Alkoholismus und auch andere Süchte zu bekämpfen. Es handelt sich bei ihnen um verschiedene Verbände, die voneinander unabhängig arbeiten. Ihre Mitarbeiter sind häufig ehemalige Alkoholkranke, aber auch wissenschaftlich ausgebildete Fachleute.

Wie kann man dem Alkoholismus vorbeugen?

In unserer Gesellschaft wäre es sicher ein unerreichbares Ziel, den Alkohol ganz allgemein zu verbieten. Alkohol hat in unserer jahrtausendlangen Tradition einen so festen Platz eingenommen, dass sich für ein Verbot in der Bevölkerung kein Verständnis gewinnen ließe. Einem erhöhten Alkoholkonsum kann jedoch vorgebeugt werden.